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Sternenwelt in der Alsfelder Allgemeinen

Alsfelder Allgemeine - 31.08.2012

Nacht unter den Sternen berührt die Besucher

Feldatal/Stumpertenrod (AZ). Beim Jahrestreffen der Sternenwelt Vogelsberg blickte man positiv auf das vergangene Jahr zurück. Unter anderem freute sich Vorsitzender Ernst-Uwe Offhaus über Verbesserungen für Astro-Camper. 

»Es gibt nichts schöneres, als unter einem funkelnden Sternenhimmel einzuschlafen«: Walter Gröning begrüßt die Schulklasse in der Sternwarte. (Foto: AZ)
Er bedankte sich bei aktiven Mitgliedern für die Betreuung von Besuchergruppen, was einen wichtigen Teil der Vereinsarbeit ausmacht. So kamen auch am Mittwoch wieder 20 Jugendliche zu der Sternwarte, um etwas über die Sonne, den Mond und die zahlreichen Sterne zu lernen. Walter Gröning vom Sternenwelt-Verein begrüßte die Achtklässler und bereitete sie auf einen aufregenden Abend unter freiem Himmel vor.

Die Schüler des Gymnasiums aus Ingelheim sind nur ein kleiner Teil der vielen Besucher, die zur Sternwarte mitten in Hessen finden. Höhepunkt: Übernachten unter einem funkelnden Sternenhimmel. Aus ganz Deutschland kommen Gäste zu diesem »außergewöhnlichen Ort«, wie Gröning ihn beschreibt. Allein in 2011 waren es über 1 800 Neugierige, die teilweise mit Übernachtung einen Blick in den Kosmos warfen. Unter anderem waren Vereine, Kindergartengruppen aber auch Teilnehmer am Astrocamp oder Neumondtreffen vertreten. Was den Verein besonders erfreut ist die hohe Anzahl an Schulklassen, die es in die kulturelle und wissenschaftliche Einrichtung verschlägt. Im Rahmen der Erlebnistage Vogelsberg kommen die Schüler auf die Felder vor Stumpertenrod und schlagen dort ihr Lager auf. »Die Sternwarte ist ein außerschulischer Bildungsort. Es gibt wenige solcher Orte an denen man Wissenschaft so hautnah miterleben kann«, betonte der Astrophysiker den Bildungsauftrag der Sternwarte.

Damit die Gäste es so komfortabel wie möglich haben wurden in der Sternwarte im Vorjahr über 4 000 Euro investiert. Stromanschlüsse für die Camper und Verschönerungs- und Bauarbeiten kamen nun. Zum einen wurde sich um die Bepflanzung gekümmert aber auch Streicharbeiten fielen darunter und die elektronische Einrichtung zum Drehen der Kuppel wurde eingerichtet. Sogar das Wetter zeigte sich 2011 von seiner besten Seite, ganz im Gegensatz zu diesem. »Die klaren Nächte konnte man dieses Jahr leider an zwei Händen abzählen, aber der August gleicht es etwas aus,« so Gröning.

Was dem Lehrer allerdings Sorgen für die Zukunft der Einrichtung bereitet sind die Windkraftanlagen, die rund um die Anlage errichtet werden. »Die Windräder werden mit ihren Lichtern an den Rotorblättern und Pfosten die Umgebung aufhellen. Die Beleuchtung ist natürlich notwendig, aber man sollte über Ausgleichsmaßnahmen nachdenken.« Unter Ausgleichsmaßnahmen stellt sich Gröning Lichtsysteme für Windkrafträder vor, die ihre Leuchtstärke der Sichtweite anpassen. So würden sie bei Nebel stärker leuchten und könnten in einer klaren Nacht die Leuchtkraft auf bis zu zehn Prozent reduzieren. »Wenn die Betreiber der Windkraftanlage die Akzeptanz in der Bevölkerung wollen, sollten sie sich die Anliegen der Bürger anhören und darauf eingehen«, als Alternative schlägt Gröning eine Einsparung von Lichtquellen der umliegenden Orte vor. Man könne jede zweite Straßenlaternein dre zweiten Nachthälfte ausschalten und so Energiekosten einsparen, aber auch Lichtabstrahlung reduzieren.

Gröning betont, dass die Windkrafträder nicht das Ende der Sternwarte bedeuten, aber es sei ein erster »Kratzer am Sternenhimmel«. »Wenn man nicht weiß, was verloren geht, ist es auch nicht schlimm, aber die Sternwarte ist ein Ort, wo Wissenschaft und Rationalität auf Sinnlichkeit und emotionales Erleben stoßen und diese zwei unterschiedlichen Ansätze verbindet. Das ist selten und sollte unterstützt werden.« Der Zukunft sieht Gröning positiv entgegen.

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