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6. Juli 2019
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Himmelsbeobachtungen ab 22 Uhr
(bei klarem Wetter)

 

VdB - Im Reich der Nebel

Zunächst ein paar Hintergrundinformationen

VdB steht für (Sidney) van den Bergh. Sidney van den Bergh, kanadischer Astronom mit niederländischen Wurzeln, veröffentlichte 1966 einen Katalog mit Reflexionsnebel. 158 Objekte fanden darin Platz, welche die Bezeichnungen VdB 1 - 158 tragen. Van den Bergh trug in seinem Katalog Informationen aller Sterne der Bonner Durchmusterung und der Cordobaer Durchmusterung (Sternkatalog, Kurzbezeichnung BD bzw. CD) zusammen, welche von einem Nebel umgeben waren. Dabei mussten die Nebel auf den blauen und roten Platten des Palomar Sky Survey (Fotografische Himmelsdurchmusterung, Kurzbezeichnung POSS) erkennbar sein. Van den Bergh berücksichtigte nur Sterne, die nördlich einer Deklination von -33 ° liegen.

(VdB 34 - Foto: Frank Slotosch)

(Frank Slotosch 2011 im Vogelsberg - Foto: Walter Gröning)

Kurzinterview mit Frank Slotosch (FS) über sein VdB-Projekt
(Interviewer: Walter Gröning (WG))

WG: Warum hast Du dich für die VdBs entschieden?

FS: Mich haben immer Reflexionsnebel interessiert. Diese Nebel werden von Sternen zum Leuchten gebracht. Manche leuchten gelb oder blau, weil diese Nebel meistens von Dunkelwolken umgeben sind.

WG: Seit wann widmest Du deine schlaflosen Nächte diesem Projekt?

FS: Ich mache das erst zwei Jahre intensiv

WG: Und wie lange noch?

FS: Wenn ich alle 158 Nebel fotografiert habe. Da im Winter immer etwas schlechteres Wetter ist werde ich wohl oder übel noch ein paar Jahre brauchen.

WG: Welches Instrumentarium kommt zur Bildgewinnung zum Einsatz?

FS: FSQ 106, f5 mit Reducer f3,6, FLI CCD Farbkamera 4022 (Pixelgröße: 7,4 x 7,4) Kühlung - 60 °C, Montierung Takahashi EM 200.

 

(Equipment, wie oben beschrieben - Foto: Walter Gröning)

WG: Wie lange sind denn eigentlich so die Belichtungszeiten für eines deiner Bilder?

FS: In etwa 5-6 Stunden! 

WG: Hast Du ein "Liebingsobjekt", außer deiner Frau natürlich :)

FS: Ja, in der Tat. Es ist VDB 141

WG: Wie geht es weiter, wenn Du alle VdBs im Kasten hast?

FS: Nun dann geht es mit Emissionsnebel weiter.

WG: Was ist denn deine schönste Beschäftigung am Tage?

FS: Mit meinem "Lieblingsobjekt" , meiner lieben Frau, und unserem Hund spazieren gehen und die Natur geniessen.

WG: Vielen Dank für das Gespräch.

 

Zwei weitere Bildbeispiele des Projektes

 (VdB 158 - Foto: Frank Slotosch) 

 

 (VdB 33 - Foto: Frank Slotosch) 

Ein bißchen Theorie zum Thema Reflexionsnebel

Der Name verrät auch schon das wesentliche dieser Form von interstellarer Materie, denn hier reflektiert kosmischer Staub das Licht benachtbarter Sterne. Eigentlich sollte man besser sagen, dass die den Stern umgebenden Wolken das Sternenlicht streuen. "Streunebel" wäre folgerichtig die genauere Ausdrucksweise. Die meist bläuliche Farbe dieser Nebel entsteht durch die stärkere Streuung des kurzwelligen Lichtes (eben blau, violett) an den Molekülen der Wolken. Es handelt sich um den gleichen Effekt, der unseren Taghimmel auf der Erde blau erscheinen läßt. Reflexionsnebel umgeben meist "späte B-Sterne", die zu wenig UV-Strahlung produzieren, um die umgebende Materie ionisieren zu können und damit die Wolken nicht zum Selbstleuchten anregen. Aber oft findet man auch eine Mischung aus Reflexionsnebeln und eben diesen selbstleuchtenden (meist rötlichen) Emissionsnebeln. Ein bekanntetes Beispiel hierfür ist der große Orionnebel, Messier 42 (M 42).
Zu den schönsten Reflexionsnebel des gesamten Himmels gehören die blauen Nebelmassen, welche die "Plejaden" (Siebengestirn) umgeben. Bereits mit dem bloßen Auge erkennt man die Plejaden am Winterhimmel, die umgebenden Nebelmassen andeutungsweise schon in mittleren Fernrohren. Die Fotografie offenbart dann die wahre Ausdehnung und Pracht dieses nebligen Sternhaufens. In den Nebelmassen der Plejaden hat man durch spektroskopische Analysen Eisen und Nickel nachgewiesen. Diese Metalle richten sich, wie kleine Magnete, im galaktischen Magnetfeld aus und polarisieren das Sternenlicht ein wenig.

Weitere Infos

Frank Slotosch zeigt auf seiner Internetseite weitere Objekte seines fotografischen Katalogs, welcher beinahe monatlich ergänzt wird.
Frank Slotosch Astroseite

Für fortgeschrittene Interessenten gibt es hier eine Liste aller VdBs (Quelle: VizieR catalogue access tool, CDS, Strasbourg, France).
VdB-Liste

wg

 

  

 

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